Sie sind hier Home >> Die Place Saint-Lambert >> Ausgrabungen >> 1990-1995

1990-1995

 
Die wallonische Region übernimmt die Leitung der Grabungen ab 1990, als ein neues Projekt eines Parkplatzes und eines Autobusbahnhofes wiederum die vorhanden Überreste bedroht. In diesem Projekt sind nur die beiden Chöre der Kathedrale noch vorgesehen und ein Museum im Osten vorgesehen.

Rettende Ausgrabungen während sechs Monaten werden daraufhin eingeleitet. Die Forschungsarbeiten werden von Jean-Marc Léotard vom Archäologischen Dienst der Provinz Lüttich, des Ministeriums der wallonischen Region, der Generaldirektion Wohnungswesen, Kulturerbe, Territorium und Landschaftsplanung (GD 4) mit der Unterstützung der Lütticher Universität geleitet. Nach den ersten Abrissarbeiten bilden sich Gruppen wie SOS Mémoire de Liège zur Verteidigung und Konservierung des Ausgrabungsortes.

Es werden Führungen an den Ausgrabungsorten für die Bevölkerung organisiert. Politiker, Unternehmer und Archäologen halten zahlreiche Sitzungen ab, um sich zu einigen. Endlich, September 1992, wird das Großparkplatzprojekt um die Hälfte gekürzt und wird der Bau der Nationalstraße auf Pfeilern beschlossen, damit der historische Untergrund gewährt wird. Die Überreste sind damit aber nicht gerettet, da der Westen immer noch auf der Abrissliste steht.
Erst im Jahre 1994 ermöglicht eine Änderung des Plans eine Umgebung des Fundortes. Auf diese Weise wird der westliche Chor der Kathedrale bewahrt. Im selben Jahr werden die im Jahre 1982 gefundenen Mauerüberreste am Fundort wieder aufgebaut.

Abänderungen dieses Projektes ermöglichen ab 1995 die endgültige Bewahrung des Fundortes.
Später werden die Überreste mit einer Platte aus Beton überdeckt, damit zum einen der Fundort geschützt und zum anderen ein Besichtigungsweg durch die Ruinen angelegt werden kann. Robert Collignon, Ministerpräsident, damals für das Kulturerbe zuständig, veranlasste die wallonische Regierung zum Ankauf des Untergrundes des künftigen Archeoforums, das fortan Eigentum der wallonischen Region wurde.